| Allgemeine
Bekanntheit und Eingang in die Geschichte der Weltliteratur erfuhr das
Dorf durch die "Sessenheimer Liebesidylle ", die 1770 - 1771
den damals in Strassburg weilenden Jurastudenten J. W. Goethe mit der
Pfarrerstochter Friederike Brion verband. In seiner autobiographischen
Schrift " aus meinem Leben, Dichtung und Wahrheit " (insbesondere
II,9,10, III, 11, 12) und in seiner Korrespondenz, hat der Dichter diese
Liebesbeziehung geschildert. Die Liebe zu Friederike, von der er 1779
schreibt, sie "hatte mich ehmals geliebt, schöner als ich verdiente
", die Erfahrung der elsässischen Natur und des Einsseins mit
ihr in der Liebe beflügelten im jungen Dichter neue schöpferische
Kräfte. Die Sessenheimer Lieder zeugen von dieser lyrischen Entfaltung,
die z.B. in " Willkommen und Abschied , Maifest, Erwache Friederike
und Heidenröslein " ihren Niederschlag fand. Die verlassene Friederike starb 1813 in Meissenheim (Baden), wo ihr Schwager Pfarrer war. Die Inschrift auf ihrem Grabstein : "Ein Strahl der Dichtersonne fiel auf sie, so reich, dass er Unsterblichkeit ihr lieh " - erinnert an die Liebesbeziehung. |